Liebe Leser
des Friends at Mmabana Blogs,
ich muss
mich schon wieder mal dafür entschuldigen das mein Blogeintrag so spät kommt.
Es ist viel passiert, es gab viel zu tun und irgendwie bin ich unzuverlässiger
Junge mal wieder darüber hinweggekommen mich hinzusetzen und einen schönen
Eintrag zu schreiben, entschuldigt vielmals.
Naja, kommen
wir aber mal zur Sache. Es ist nun 5 Wochen her, seitdem Miriam zuletzt geschrieben
hat und es gibt vieles Neues zu berichten. Fangen wir bei den Aktivitäten an.
Der Reading und Writing Club ist vor ein paar Wochen gestartet. Jeden Dienstag
und Donnerstag kommt nun eine Gruppe von ca. 30 Kindern her um an einem der
beiden Tage Lesen und Schreiben und an dem anderen Tag Zählen und Rechnen zu
lernen. Die Kinder, die wir mit diesem Programm unterrichten sind momentan
nicht in der Schule, was entweder auf schlechte schulische Leistungen (einen
frühen Drop out aus der Schule) oder finanzielle Nöte der Eltern zurückzuführen
ist. Sie kommen nun zweimal die Woche hier her, frühstücken mit uns und werden
anschließend von den Freiwilligen unterrichtet. Sie sitzen dabei hier bei uns
im Haus in einem Raum auf Grassmatten auf dem Boden und werden in Kleingruppen
die an ihren Lernfortschritt angepasst sind, unterrichtet. Auf jeden Voluntär
kommen somit 5-6 Kinder, was für afrikanische Verhältnisse ein großer Luxus
ist, auch wenn die Voluntäre natürlich nicht extra für das Unterrichten
ausgebildet wurden. Nach jeder Aktivität setzen sich die Freiwilligen zusammen
und erstellen für die nächste Aktivität einen Lehrplan für ihre Gruppe, ergo
sind die Aufgaben und der Lehrstoff immer genau auf das Wissen der Kinder abgestimmt. Bis jetzt lief der Reading und
Writing Club sehr gut und die Schüler machen gute Fortschritte.
Auch die
anderen Programme von Mmabana laufen zur Zeit sehr gut, was vor allem auf die
gute Mitarbeit der Freiwilligen zurückzuführen ist. Beim Kids Club gibt es nun
Leiter für die unterschiedlichen Aktivitäten und an jedem Sonntag wird etwas
neues gemacht, sodass der Kids Club stets attraktiv bleibt. Beim Fußball gibt
es somit manchmal Training, manchmal spielen die Kinder in kleinen Mannschaften
Turniere gegeneinander, welche am Ende in spannenden Elfmeterschießen enden, es
verändert sich von Aktivität zu Aktivität. Am Ende vom Kids Club, wenn die
Kinder nochmal zusammenkommen, führen nun jedes mal ein oder zwei der
Aktivitäten etwas vor, damit jeder der Teilnehmer sehen kann, was die anderen
so machen. Diese Vorführungen werden sehr gemocht und es oft wird viel
geklatscht und sich gefreut.
Das Outreach
Programm ist im Moment so gut, wie es seitdem ich im letzten August angekommen
bin, noch nie war. Die Freiwilligen sind alle mit vollem Herzen dabei, es wird
gesungen, gearbeitet, geredet und gebetet, jeder tut mal etwas und bringt sich
ein und unsere Outreachklienten sind jedes mal sehr dankbar und froh über
unseren Besuch. Aktuell haben wir neun Klienten von denen jeden Mittwochmorgen
zwei besucht werden. Am ersten Mittwoch des Monats werden drei Klienten besucht
die in einem Stadtviertel Chomas wohnen, welches von dem Mmabanacenter etwas
weiter entfernt liegt. Da es im Moment in Sambia über nacht immer kälter wird,
haben wir nun einigen der Klienten Decken und Jacken mitgebracht, welche
jeweils dankbar entgegengenommen wurden. Ich muss sagen, dass mir das
Outreachprogramm im Moment am meisten Spaß macht und es mir auch am meisten am
Herzen liegt.
Als Miriam
anfang Mai den letzten Blog hier gepostet hat, hatte ich gerade damit
angefangen gehabt, einen der Computerkurse selbst zu leiten. Ich gebe nun
dreimal die Woche nachmittags von 14-16 Uhr Computerkurse in unserem neuen Haus
im Shahcompound. Es ist eigentlich die erste Möglichkeit, dass ich meine
langjährige Erfahrung im Umgang mit dem Computer mal sinnvoll einsetzen kann,
was mir wiederum viel Freude bereitet. Meine Schüler kommen mit mir als Lehrer
auch ganz gut klar und haben im letzten Examen alle, auch wenn manche nur
knapp, bestanden. Ich werde bis Ende Juni den aktuellen Intermediatekurs,
welcher sich ausschließlich mit dem Umgang mit Microsoft Word befasst, lehren
und danach wird mein Kurs dann von einem anderen Freiwilligen übernommen, wenn
es um Microsoft Powerpoint und Microsoft Excel geht.
Vom 6.-9.
Juli wird das nächste Youthcamp stattfinden, dieses Mal an einem neuen Ort Ich
bin schon sehr gespannt, wie es verlaufen wird und wie die Jugendlichen die
Schule, in der das Camp stattfinden wird, finden werden. Direkt nach dem
Youthcamp, am 9. Juli, werden meine Eltern zu Besuch kommen und gleich am Tag
darauf werden Miriam, meine Eltern und ich in einen Nationalpark im Osten
Sambias fahren, um dort den letzten Urlaub unseres Auslandsjahres zu erleben.
Auch im
letzten Monat hatten wir ein paar Tage Urlaub, zum einen waren wir in Lusaka
bei unseren Mentoren und haben dort für ein Wochenende im Luxus gelebt. Der
Luxus für uns beide war, dass es den ganzen Tag lang fließend Wasser, Brot,
Wurst und Käse zum Frühstück, Pizza und eine riesige Shoppingmall gab, in der
wir beide an einem Tag ordentlich einkaufen gegangen sind. Ein paar Wochenenden
danach waren Miriam und ich zusammen mit einem anderen Freiwilligen des ELM der
sein Auslandsjahr in Südafrika verbringt, in einem Nationalpark im Westen
Sambias. Der Park ist ungefähr so groß wie Wales und wir haben nur einen
Bruchteil gesehen, der jedoch wunderschön war. Das Camp in dem wir
übernachteten lag direkt an einem Fluss in dem den ganzen Tag lang Hippos
grunzten und nachts auch gerne mal auf unserer Seite des Ufers zum Fressen
rumliefen. Zur Toilette haben wir uns in der Dunkelheit nicht getraut.
Das Jahr
geht langsam dem Ende zu, vorgestern haben wir schon mit Nosiku geklärt wie
unser Farewell aussehen soll, bevor wir fahren. Es ist ein sehr komisches
Gefühl zu merken, dass das Jahr nun doch so schnell vorbei gegangen ist und das
die Zeit die uns noch bleibt noch viel schneller verstreicht. Die letzten Wochen
hier sind wie im Flug vergangen, wir haben viel gearbeitet, meist von morgens
um 8 oder 9 bis nachmittags um 16 oder
17 Uhr und unser Leben genossen.
Seit
Dienstag dieser Woche ist Jonny in Südafrika, um dort etwas mit dem Auto zu
klären, somit ist hier im Shampandehaus zwischenzeitlich etwas Ruhe eingekehrt.
Diese ist am Mittwoch gleich wieder verflogen, da in einer Nacht letzter Woche
ein Mensch versucht hat unser Auto zu klauen wurde entschieden, dass wir uns einen
Hund anschaffen. Er heißt Mubyabi Mujayi, was Tonga ist und gefährlicher Killer
heißt, denn wir wollen die Diebe ja ordentlich abschrecken, ist sechs Wochen
alt und ein abenteuerlustiges Bürschchen. Gestern waren wir beim Tierarzt wo
ihm eine Spritze gegen Tollwut und eine Tablette gegen Würmer, sowie Zecken und
Floh Puder verabreicht wurde und nun steht seiner Zeit als Wachhund bei Mmabana
nichts mehr im Wege. Er muss halt nur noch etwas größer werden, denn im Moment
ist er noch ein nicht wirklich angsteinflößender, tollpatschiger Hundewelpe,
der am liebsten mit jedem knuddeln will.
So weit so
gut,
Miriam
schreibt bald wieder,
Mubyabi
braucht Mut,
im Moment
sind wir im Fußballfieber,
denn er soll
schließlich ein Wachhund werden,
die EM ist
in vollem Gange,
und so manchem
Dieb den Raub verderben,
bei
seinem Anblick schon wird einem Angst und Bange… zumindest bald… hoffentlich :)
Gegrüßet seiet Ihr alle,
Euer Louis
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