Dienstag, 28. Juni 2011

Nicki in Afrika 2011 - Teil 4

Wow jetzt hab ich aber echt schon lange nichts mehr von mir hören lassen. Das wird wahrscheinlich auch der letzte Blogeintrag werden während meiner Zeit hier in Sambia. Am Mittwoch geht es nämlich schon wieder zurück nach Deutschland.

Ich glaub ich hab mit dem Sonntag letzte Woche geendet oder? Naja auf alle Fälle muss ich noch eine Korrektur von letztem Freitag machen. Ich habe geschrieben das Nosiku und ich beim Einkaufen waren, was aber so gar nicht ganz gestimmt hat. Vor lauter Victoria Falls hab ich total vergessen, dass ich am Freitag mit beim Outreach war. Das bedeutet, dass wir in ein ganz armes Viertel von Choma gelaufen sind um dort bei 2 ausgewählten Personen zu helfen. Es hat mich echt erstaunt, dass es noch ärmer geht! Und ich fand es toll wie die Jugendlichen von hier geholfen haben um das Leid ein bischen zu lindern und ein Lächeln auf die Gesichter zu zaubern. Es wurde ganz praktisch geholfen mit Geschirr spülen, Wäsche waschen, Gemüse gießen. Aber es wurde auch eingekauft was ganz dringend gebraucht wird. Mein Dank geht da ganz besonders an die Menschen in Deutschland, die das Möglich machen das Lebensmittel gekauft werden können. DANKE!!!!! Danach haben wir noch gesungen und gemeinsam gebetet bevor wir zur nächsten Person gegangen sind.

Ok jetzt aber zu der vergangenen Woche! Viel ist nicht passiert da ich mich bei Idah angesteckt habe mit der Grippe und so lag ich die meiste Zeit im Bett und habe gelesen oder Filme angeschaut. Was mir aber ehrlich gesagt auch echt gut getan hat und mein Körper das verlangt hat. So schön es hier auch ist geht es einem aber schon ganz schön an die Nerven und kostet Kraft. Am Donnerstagabend sind Nosiku und ich dann gemeinsam zu Leons Place gegangen um dort einen gemütlichen Abend zu zweit zu haben. Dort haben wir dann auch den Besitzer getroffen und uns echt nett mit ihm unterhalten. Er hat mir dann angeboten mich am Mittwoch direkt zum Flughafen nach Livingstone zu fahren damit ich keine Nacht mehr dort verbringen muss. Eigentlich war ja geplant, dass ich mit den zwei Deutschen schon am Dienstag nach Livingstone fahre aber diese Möglichkeit erscheint mir doch besser. So habe ich echt dankend angenommen. Wow, Gott tut echt Wunder wo man es nicht erwartet!

Am Freitag sind wir dann wieder etwas verspätet ins Camp losgefahren. Mmabana veranstaltet am Ende jedes zweiten Monats ein Jugendlager (Youth Rural Outreach Camp) und dieses Mal ging es nach Tara das etwa 30 Minuten von Choma entfernt ist. Gefahren sind wir mit einem typischen Transporter d.h. alle sitzen hinten auf der Ladefläche. Ich saß jedoch vorne im Auto mit Nosiku obwohl ich schon lieber mit den anderen hinten gesessen hätte. Angekommen in Tara haben wir dann unsere Zimmer bezogen d.h. eigentlich die Klassenzimmer denn wir haben in einer Schule geschlafen. Nach einer kalten Nacht sind wir um 05 Uhr, ja ihr habt richtig gelesen MORGENS UM 05.00 UHR, aufgestanden und sind zum joggen gegangen. So richtig im Bundeswehrstyle in 3er Reihen und singend!!! Pfui!!! Nie mehr!! Naja reden wir nicht mehr darüber! Tagsüber haben wir dann sehr viele Spiele gemacht und uns aber auch immer wieder zusammengesetzt und uns über Themen wie Träume und Stärken unterhalten. Das war echt gut! Hat mich sehr zum nachdenken gebracht und ändert auch sehr viel in meiner Einstellung muss ich gestehen. Ok dann die zweite Nacht!!! Da hab ich das erste Mal geglaubt, dass es Winter ist in Afrika! Es war saukalt und ich hab kaum geschlafen weil ich gar keine Zeit dafür hatte vor lauter Zittern! Ich war so froh, dass es dann Sonntag war und die Sonne wieder da war! Nach dem aufräumen haben wir noch ein letztes Spiel gemacht vor dem ich mich bisher immer gedrückt hab und zwar Trust and Fall. Das bedeutet soviel wie Vertrau und Fall! Jeder der wollte ist auf eine Mauer gestanden und hat sich dann rückwärts in die Arme der Anderen fallen lassen! Ich hab es sogar zwei Mal gemacht!! Wow das war echt ein tolles Gefühl! Zurück bin ich dann hinten auf dem Transporter gefahren! Daheim in Choma sind wir dann anschließend gleich zum Kids Club gegangen. Danach war ich dann echt fertig. War um 21 Uhr im Bett und hab geschlafen. Heut ist Montag und wir haben beschlossen heute echt faul zu sein und nichts zu tun. Morgen gehen wir dann shoppen und dann koch ich das letzte Mal Lasagne für Alle und am Mittwoch gehts dann ab zum Flughafen und zurück nach Deutschland!

Zum Abschluss möchte ich aber noch ein paar Worte verlieren. Es war echt eine ganz spannende und nachdenkliche Zeit für mich. Und ich danke allen von der Organisation Mmabana, dass es möglich ist vor Ort eigene Erfahrungen zu machen. Ich habe mich oft gefühlt wie auf einem großen Campingplatz. Alle sind zusammen und haben Freude etwas gemeinsam zu machen. Trotz der Armut herrscht immer Freude und man bekommt immer ein Lächeln von Allen denen man begegnet! Natürlich gab es auch Zeiten in denen ich mich total unwohl gefühlt hab. Die Kinder hier sehen selten einen weißen Menschen und es gibt unterschiedliche Reaktionen. Viele haben einfach Angst vor dem Unbekannten und fangen an zu weinen und andere können nur noch starren. Das empfand ich als sehr unangenehm wenn alle um einen rum stehen und nur schauen und nichts sagen. Viele der Kinder wollen dann auf den Arm oder streiten sich darum deine Hand halten zu dürfen. Manchmal bin ich dann einfach auch geflüchtet in mein Zimmer da es zu viel war.

Alles in Allem kann ich aber sagen, dass es eine wunderschöne und vor allem lehrreiche Zeit für mich war und ich wünsche jedem, dass er mal die Möglichkeit hat eine andere Kultur kennenzulernen. Ich bin nicht einer der stärksten Menschen und hab es trotzdem gemacht. Und glaubt nicht ich hätte keine Zweifel an meiner Entscheidung gehabt. Vor der Reise hab ich mich oft gefragt ob ich das überhaupt schaffe aber ich hab es geschafft also kannst du das auch! Trau dich, auch wenn andere sagen, dass du das nicht schaffen kannst! Du kannst!!!!! Hör auf deine innere Stimme, du hast die Kraft und du wirst verändert zurückkommen!

Jetzt möchte ich mich noch bedanken, dass du mich begleitet hast die letzten 3 Wochen und mit mir geteilt hast was ich erlebt habe. Ich hoffe sehr ich konnte dich ermutigen auch einmal diesen Schritt zu wagen! Danken möchte ich auch Mmabana für die Arbeit die ihr tut! Danke ihr seid wunderbar! Und danken möchte ich auch Gott, dass er mich begleitet hat und mich bewahrt hat in dieser Zeit!!

Eure Nicki

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen